Samstag, 29. September 2012

Innovation?

Innovativ ist etwas, das nicht einfach dem aktuellen Stand der Technik entspricht, sondern etwas, das etwas zukunftsweisend Neues verkörpert oder enthält, mit dem man wirklich einen Schritt vorweggeht.
RWE hat in diesem Wort seine drei Buchstaben entdeckt und behauptet in seiner Werbung nun „voRWEgzugehen“. Wohl ganz anders liegt der Fall bei Vattenfall.

Bei dem von Vattenfall in Wedel geplanten so genannten „Innovationskraftwerk“ habe ich in den im Wedeler Rathaus ausgelegten Unterlagen die Stelle mit der Innovation nicht so richtig finden können (aber es mag sein, dass das ganz tief im Kleingedruckten verborgen war). Der wie ein Feigenblatt beigestellte kleine Warmwasserspeicher kann damit ja wohl nicht gemeint gewesen sein.

Fossile Brennstoffe zu verfeuern, riesige Mengen klimaschädliche Gase wie Kohlendioxid in die Luft zu blasen und dann in Zeiten von Klimawandel und Erderwärmung auch noch irrwitzige Mengen an Wärmeenergie ungenutzt und aufwändig mittels eines riesigen Luftkondensators einfach in die Atmosphäre zu pusten, kann wohl kaum als innovativ und schon gar nicht als umweltverträglich bezeichnet werden. Das ist nicht die Energiewende sondern da kann man sich nur energisch abwenden.

Im aktuellen Septemberheft des Magazins „Spektrum der Wissenschaft“ ( http://www.spektrum.de/ ) geht es ab Seite 72 um das Thema „Geothermie“, also um „Energie aus der Tiefe“ ( http://www.spektrum.de/artikel/1157705 ). In einem Kasten auf Seite 80 ist dort zu lesen: „… In Ballungsräumen lässt sich oberflächennahe Geothermie großflächig nutzen. So werden in Frankfurt am Main bereits ganze Felder aus Erdwärmesonden eingesetzt, um im Sommer Hochhäuser zu kühlen. Dazu wird der Kreisprozess der Pumpe kurzerhand umgedreht und die Wärme aus dem Gebäude in die Tiefe abgeführt. Als Folge erhitzt sich das Gestein unter der Stadt im Sommer auf über 20 Grad Celsius. Ein Teil der Wärme bleibt immerhin lange genug gespeichert, um im Winter wieder verwendet zu werden. …“

Und das LLUR (!!!) beschreibt in seinem „Leitfaden zur geothermischen Nutzung des oberflächennahen Untergrundes“ ( http://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/geologie/geothermie_2011.pdf ) auf Seite 33 genau die Phasen dieses Prozesses im Laufe der Jahreszeiten.

Das mit der Abwärme des Kraftwerks zu versuchen, das würde man wirklich innovativ nennen können!
Wäre das nicht eine Alternative, die Wärme wenigstens zum Teil rückholbar in die Erde zu leiten statt unwiederbringlich und sinnfrei in die Luft?

Sollten wir das LLUR nicht mal fragen, ob man nicht ein Exemplar der Broschüre auch Vattenfall zur Verfügung stellen könnte? Oder wäre wirkliche Innovation von Vattenfall zu erwarten, dann doch etwas viel verlangt? Folgt Vattenfall hier vorsichtig eher dem Motto „Dat hebt wi jümmers so mokt!“?

Ein Wedeler (Name und Anschrift den Blogmoderatoren bekannt)

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