Montag, 23. Januar 2017

Alternative Luftschadstoffe

Liebe Interessierte,
unsere nächste BI-Sitzung findet am Mittwoch, den 25.01.2017 im Stadtteilzentrum "mittendrin" statt.
Beginn der Sitzung ist um 19:30 Uhr.

Es gibt viel zu besprechen.
Am letzten Donnerstag fand in Hamburg eine öffentliche Sitzung (Netzbeirat) zum Thema Partikelausstoß in Wedel statt. Dies unter der Beteiligung des Kieler Ministeriums und unserem versierten Gutachter Herrn Tebert von der Fa. Ökopol (tätig u.a. fürs Bundesumweltamt). Auch BürgerInnen kamen zu Wort.
Das Kieler Umweltamt (LLUR) konnte dabei einige Fragen von Seiten der Hamburger Beiratsmitglieder nicht schlüssig erklären. Zum Beispiel warum es sich bei Partikeln aus dem Schornstein nicht um Luftschadstoffe handeln soll und diese somit auch nicht gemessen werden müssen.

Der Vortrag von Herrn Tebert zum Thema Partikel kann hier eingesehen werden:
Emissionsverhalten des Heizkraftwerks in Wedel, Ökopol

Herr Tebert bleibt bei seinen Untersuchungsergebnissen und den vorgeschlagenen Maßnahmen.

Die Fa. Vattenfall hat letzte Woche mit einer ersten Maßnahme gegen den Partikelausstoß begonnen. Dies ist positiv und sicherlich auch dem Druck von unserer Seite geschuldet.
Leider sprechen sowohl das LLUR als auch Vattenfall davon, dass die Partikel lediglich gemindert werden sollen. Eine Abstellung ist nach Auffassung der Kieler Behörde nicht gänzlich möglich. Was genau "Mindern" bedeuten soll, dazu gibt es bisher keine Aussagen.

Die Gesundheitsgefahr der Bevölkerung durch Partikel wird weiterhin durch die Landesbehörden negiert. Das Gutachten von Herrn Tebert wird genauso abgelehnt, wie auch zum Beispiel Meldungen von AnwohnerInnen zum Partikelausstoß. Auch gestaltet es sich nach wie vor äußerst schwierig, Unterlagen und Informationen aus dem Kieler Umweltamt zu erhalten. Und dies trotz Bürger-Informationszugangsgesetz in Schleswig-Holstein. Bevor BürgerInnen oder unsere Anwaltskanzlei trotz Fristsetzung informiert werden, wird gerne zuerst die Presse bedient.

Also, es gibt genügend Themen für Mittwoch.

Hier noch zwei aktuelle Artikel zum Thema:
Bürgerinitiative plant eigene Messungen
Plan gegen Kraftwerksdreck steht

Kerstin Lueckow,
für die BI

Samstag, 10. Dezember 2016

Nach Barbara geht's frosten an ...

... kommt's früher, ist nicht wohlgetan (Bauernregel).

In einem Artikel im Wedeler Tageblatt vom 09.12.2016 greift die CDU-Abgeordnete Barbara Ostmeier die Kraftwerks-BI Wedel/Rissen an.

In diesem Artikel wirft Frau Ostmeier uns einen Mangel an Glaubwürdigkeit und eine Mitverantwortung am seit Juli häufigen Partikelausstoss aus dem Vattenfall Kohlekraftwerk Wedel vor.

Dazu:

BI mahnt Sachlichkeit beim Thema Kohlekraftwerk an

Das Kohlekraftwerk Wedel "spuckt" seit dem Sommer häufig sowohl weiße Partikel als auch gelegentlich verfärbte Bröckchen aus. Das Phänomen des Partikelregens gab es auch in den Vorjahren, nur nicht in diesem Ausmaß. Auch haben die Partikel vorher keine bleibenden Schäden hinterlassen.
Seit dem Sommer kommt es immer wieder, auch in jüngster Zeit, zu bleibenden Schäden auf Autolack, Glasdächern, Wintergärten etc.

Die Fa. Vattenfall betreibt in Wedel eines der ältesten Kohlekraftwerke in Deutschland. Für einen Weiterbetreib muss gewährleistet sein, dass eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung in Wedel und Rissen zum Beispiel durch Luftschadstoffe aus dem Schornstein ausgeschlossen werden kann. Eben diese Luftschadstoffe wurden bei der einmaligen Untersuchung von wenigen Proben nicht betrachtet. Dazu haben wir auf eigene Kosten ein Gutachten der Fa. Ökopol erstellen lassen.
Vattenfall muss sich beim Betrieb des Kohlekraftwerks immer an die deutschen Gesetze halten.
Auch muss eine technische Anlage nach dem "neuen Stand der Technik" betrieben werden. Partikelausstoss ist nicht "Stand der Technik".
Teilweise wird man beim Betrieb des Kohlekraftwerks noch an Zeiten aus den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert.

Vattenfall hat in diesem Jahr technische Veränderungen am Kohlekraftwerk Wedel vorgenommen. Der Hintergrund ist die Einhaltung von neuen EU-Richtlinien (strengere Staubemissions-Gesetze). Zum Beispiel wird seit diesem Jahr eine Chemikalie namens Schwefeltrioxid ins Kraftwerk "eingedüst". Auch wurden neue Katalysatoren eingebaut.

Eine dieser Änderungen oder auch eine Kombination wird die Ursache des ständigen Partikelregens sein. Nach eigenen Angaben befindet sich Vattenfall derzeit immer noch im Stadium der Ursachenforschung und hat nach unserem Kenntnisstand umfangreiche Messungen vorgenommen. Ein Ergebnis ist uns noch nicht bekannt.

Inwieweit die geplanten Maßnahmen für den nächsten Sommer daher geeignet sind, für Abhilfe zu sorgen, lässt sich nach dem derzeitigen Stand nicht beurteilen. Auch fehlen uns und unserem Gutachter weiterhin wichtige Unterlagen zu den vorgenommenen Änderungen am Kohlekraftwerk. Wurden diese Maßnahmen überhaupt genehmigt? Bisher sind jedenfalls alle Versuche von Vattenfall, den Partikelausstoss abzustellen, missglückt.

Am Montag findet in Hamburg eine gemeinsame Aufsichtsratssitzung von Vattenfall und der Hansestadt Hamburg zu den weiteren Plänen für den Ersatz des Kohlekraftwerks statt. Nach jahrelangen Gutachten hoffen nicht nur wir als BI sondern auch viele Einwohner von Wedel und Rissen auf eine klare richtungsweisende Entscheidung. Je schneller das Kohlekraftwerk mit seinen hohen Emissionen vom Netz kommt, desto besser für die Stadt Wedel. Steuern werden seitens Vattenfall auch nicht mehr gezahlt. Auch die Vermarktung des BusinessParks könnte ins Rollen kommen, wenn das endgültige Aus des Kohlekraftwerks als direkter Nachbar absehbar wäre.

Zu Frau Ostmeier, die in Ihrer Pressemitteilung die Bürgerinitiative Wedel/Rissen angegriffen hat:
Frau Ostmeier sollte sich lieber um die betroffenen Menschen kümmern, statt engagierte BürgerInnen zu diffamieren.

Kerstin Lueckow

Mittwoch, 23. November 2016

SZPDDV-HIW/SHIADBIW/R

STELLUNGNAHME ZUM PARTIKELAUSWURF DURCH DAS VATTENFALL-HEIZKRAFTWERK IN WEDEL/SCHLESWIG-HOLSTEIN
Im Auftrag der Bürgerinitiative Wedel/Rissen

Das Kieler Umweltamt (LLUR) hat im September 2016 ein Gutachten zur Gesundheitsgefahr der Bevölkerung durch den seit Juli häufigen Partikelniederschlag aus dem Kohlekraftwerk Wedel vorgelegt. Dieses Gutachten der Fa. ATC in Krefeld hat von Anfang an viele Fragen aufgeworfen und Kritik ausgelöst.

Wir haben das Kieler Umweltamt sofort nach einem sehr großen Partikelausstoss am 27.07.2016, bei dem sich auch sehr grün verfärbte, steinharte Bröckchen fanden, über den Vorfall informiert und um dringende Probenentnahme zur Untersuchung gebeten. Dies ist nicht erfolgt.

Erst 13 Tage später wurden von der BI gesammelte Proben abgeholt. Die ursprünglich grünen Bröckchen hatten mittlerweile deutlich an Farbe verloren und die wenige untersuchte Flugasche stammte nicht vom Ausstoss im Juli. Durch den zwischenzeitlichen vielen Regen waren die Partikel nur noch als Schlieren vorhanden. Um die Gesundheitsgefahr der Bevölkerung zu bewerten, wurde auch lediglich ein Foto einer Liege eines Partikelregens heran gezogen. Seither werden weitere Untersuchungen verweigert. Erstaunlich dabei ist, dass übliche Messmethoden in Wedel bisher nicht durchgeführt wurden. Erst dann könnte die Gesundheitsgefahr der Bevölkerung und sich daraus ergebende mögliche Konsequenzen beurteilt werden.

Wir haben daher die Fa. ökopol (auf unsere Kosten) damit beauftragt, die Problematik zu bewerten. Wir warten derzeit noch auf wichtige Unterlagen aus Kiel. Vattenfall hat technische Veränderungen am Kohlekraftwerk Wedel vorgenommen. Die Details sind uns noch nicht bekannt.

Am Montag, den 21.11.2016, war Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck zu Gesprächen über den Partikelauswurf in Wedel. Die Gespräche fanden nichtöffentlich statt. Zwei Sprecherinnen der Bürgerinitiative wurden von den Wedeler Grünen zu einem Gespräch mit Minister Habeck dazu eingeladen. Herr Tebert von ökopol hat anlässlich des Besuchs des Ministers schon mal eine Stellungnahme erstellt, obwohl noch nicht alle Unterlagen vorliegen. Diese haben wir Herrn Habeck am Montag Abend übergeben. Jetzt sind wir gespannt auf die Reaktion aus Kiel. Werden nun zeitnah übliche Messmethoden angewandt?

Hier kann das Gutachten eingesehen werden.

Kerstin Lueckow,
für die BI

Freitag, 14. Oktober 2016

Sauer, sauer, sauer

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
wir möchten Sie ganz herzlich zu unserer nächsten BI-Sitzung einladen.
Diese findet am Donnerstag, den 20.10.2016 statt.
Ort: Stadtteilzentrum "mittendrin"
Beginn: 19:30 Uhr

Wie Sie sicherlich selbst erlebt oder in den Medien erfahren haben, hat es seit Juli diesen Jahres insgesamt 6 Partikel-Ausstöße aus dem Kohlekraftwerk Wedel in unserem Wohngebiet gegeben. Bei uns landen die Partikel bei Ostwind. Bei anderen Windverhältnissen werden die Partikel in andere Richtungen getragen. Neu in diesem Jahr ist, dass die Partikel irreversible Schäden hinterlassen haben: Auf Glasdächern, Wintergärten, Autolack, Holzdecks und Dachfenstern.

Vattenfall hat zu einem Partikel-Ausstoß im Juli ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten weist einen sehr sauren pH-Wert der Partikel von 1,5 aus. Dieser Wert wird trotz unserer Nachfragen nicht weiter beachtet, weder im Gutachten noch von Vattenfall oder der zuständigen Umweltbehörde in Kiel (LLUR).

Ein Partikel-Ausstoß im Juli ist auch mittlerweile das Einzige, das Vattenfall zugibt. Neuerdings verdächtigt Vattenfall auch "grillende Nachbarn", was wirklich unerhört ist! Vattenfall hat eigene “ Prüfflächen“ aufstellen lassen, allerdings wissentlich an Stellen, die bisher durch Partikel-Ausstoß gar nicht betroffen waren. Auch auf derartige Einwände von unserer Seite reagieren weder Vattenfall noch das LLUR.

Der pH-Wert von 1,5 bedeutet, dass die Partikel im Zusammenhang mit Flüssigkeit Säure bilden. Dies ist natürlich nicht nur gefährlich für Autolack und Glas, sondern kann auch den Menschen betreffen.
Eine Bitte von uns:
Bitte keine Partikel mit bloßen Händen anfassen. Auch keineswegs in den Mund nehmen. Bitte achten Sie auf Ihre Kinder!
Falls Sie noch Kräuter etc. aus Ihrem Garten essen: Bitte unbedingt zumindest gut abwaschen.


Was können wir gegen die Partikel und das ignorante Verhalten der Kieler Aufsichtsbehörde unternehmen? Wie sieht es mit Partikeln in der Luft aus (Einatmen)? Wie lange soll der Betrieb des Uralt-Kohlekraftwerks noch andauern?

Warum fährt Vattenfall das "Heizkraftwerk" Wedel noch kurzer Pause im Juli wieder an und betreibt es dann sofort auf Volllast ohne Wärmebedarf?
U.A. diese Fragen möchten wir mit Ihnen auf der nächsten Sitzung besprechen.

Wir haben einen anerkannten Gutachter und unsere Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet. Die fachliche Begleitung unserer ehrenamtlichen Arbeit wird nur durch Spenden ermöglicht.
Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin.
Spendenkonto:
Linda Clausen-Hansen
DE68200505501280530146

Kerstin Lueckow,
für die BI

Sonntag, 21. August 2016

Brief nach Kiel

Brief von Sandra Mohr an das zuständige Umweltamt in Kiel (LLUR) nach erneutem Partikelregen.
Sehr geehrter Herr Helmig,
bezugnehmend auf Ihre Email vom 04.02.2016 haben Sie mich in Ihren Zeilen zwar um mein "Verständnis gebeten, dass das LLUR keine weiteren Antworten zu bereits mehrfach gestellten und Ihrer Meinung nach ausführlich beantworteten Fragestellungen mehr gibt", jedoch zeigt die aktuelle Situation in der Nähe des KoKW Wedel keine Besserung, eher eine Verschärfung der Lage. Aus diesem Grund erwarte ich erneut Antworten auf meine Fragen, ob nun schon in der Vergangenheit (zu alten Vorkommnissen) gestellt oder nicht. Meine nachfolgenden Fragen betreffen die aktuelle Situation.

Seit einigen Wochen hat es im Umkreis des KoKW massive Beeinträchtigungen und Beschädigungen durch den Partikelauswurf, ausgelöst durch das KoKW Wedel, gegeben. Zuletzt im übrigen in der vergangenen Nacht (19.8./20.08. Foto anbei).
In Ihrer Email vom 04.02.2016 schrieben Sie: "Davon abgesehen ist uns der von Ihnen geschilderte Sachverhalt bereits bekannt, entsprechende Schritte wurden von hier aus veranlasst. Sie können also davon ausgehen, dass wir die Immissionssituation im Umfeld des HKW Wedel weiterhin im Blick haben und - falls erforderlich - weitere behördliche Maßnahmen ergreifen werden."

Da für mich weder ersichtlich ist, dass das LLUR die Immissionssituation im Blick hat noch evtl. behördliche Maßnahmen ergriffen wurden, nehme ich aus diesem Grund die zuständige Behörde erneut in die Pflicht, sich um dieses Problem zu kümmern und mir mitzuteilen, welche die zukünftigen Schritte sein werden, da sich die Lage in keinster Weise verbessert hat. Die vergangenen Schritte haben nachweislich ja nicht zu einer Verbesserung beigetragen. Auch ist mir bekannt, dass Herr Fels in den letzten Wochen vor Ort war und eine Probe der Gipspartikel zu Überprüfung abgeholt hat. Bitte teilen Sie mir die Werte der Analyse mit und ob und auf welche Schadstoffe die Probe untersucht wurde. In Ihrer Email vom 04.02.16 haben Sie mir ein Beispiel einer Analyse aus NRW (2014) mitgeteilt und diese als Grund aufgeführt, warum in Wedel keine Analyse notwendig wäre (Email vom 04.02.16). Nachdem nun aus gegebenem Anlass eine Analyse in Wedel durchgeführt wurde, bleibt es aus Ihrer Sicht bei dem Vergleich mit der Analyse aus NRW, dass eine toxische Relevanz und somit Gesundheitsgefährdungen nicht zu befürchten ist und kann das LLUR eine Gesundheitsgefährdung definitiv ausschließen? Auch im Hinblick darauf, dass die Anwohner Nutzpflanzen anbauen und verzehren (z.B. Kräuter/Kartoffeln).

Weiterhin hat Vattenfall ebenfalls eine Analyse durch ein Labor beauftragt. Ich gehe davon aus, dass dem LLUR das Ergebnis diese Analyse bereits vorliegt und möchte diese ebenfalls zur Verfügung gestellt bekommen. Im übrigen betrachte ich diese Auskunft nicht im Sinne des Umweltinformationsgesetz für das Land Schleswig-Holstein (UIG-SH) als auch das Informationszugangsgesetz für das Land Schleswig-Holstein (IZG-SH), sondern erwarte diese Auskunft als geschädigte Anwohnerin ohne Gebühren und nicht erst in einem zweimonatigen Antwortzeitraum.

Es ist noch hinzuzufügen, dass die Gipspartikel der letzen Wochen und auch sicher die der letzten Nacht irreparable Schäden an den Glasdächern und auf den Fahrzeugen verursacht haben. Nachweislich haben die Reinigungsversuche der Glasdächer durch ein von Vattenfall beauftragtes Unternehmen, selbst mit Spezialmitteln, bisher keinen endgültigen Erfolg gehabt. Die Beseitigung der Lackschäden auf den Fahrzeugen ist von Vattenfall noch nicht in Auftrag gegeben worden und stehen daher noch aus.

Herr Helmig, selbst wenn das Phänomen "Gipspartikel" seit Jahren bekannt ist, so haben die Belästigungen und die Beschädigungen in einem ungeahnten Maß zugenommen und es mir unbegreiflich, warum dass LLUR nicht kurzfristig und nachhaltig handelt. Als zuständige Behörde ist es meines Erachtens ihre Pflicht den Stand der Technik nachhaltig zu fordern und zu kontrollieren und die Gipspartikel nicht nur als "Unannehmlichkeit für die Anwohner" zu bezeichnen.

Ich erwarte kurzfristig eine Reaktion zur aktuellen Situation vor Ort und dass das LLUR Abhilfe von diesem minderen Stand der Technik schafft. Sollte dem LLUR die "Hände gebunden sein" oder aber der Zuständigkeitsbereich für unser Problem vor Ort bei einer anderen Stelle liegen teilen Sie mir bitte entweder die gesetzliche Grundlage für diesen geduldeten Partikelausstoß mit oder aber den zuständigen Ansprechpartner.

Ich gehe davon aus, dass es Ihnen innerhalb der nächsten 14 Tage möglich sein wird mir zu Antworten und mir die Analysen zur Verfügung zu stellen. Sollten Sie verhindert sein, geben Sie meine Email bitte zur Beantwortung an eine/n Kollegin/en weiter.

Herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Sandra Mohr

Samstag, 20. August 2016

Smaugs Husten doch chronisch?

Heute Morgen gab es für viele wieder eine böse Überraschung.
Großflächig sind PKWs mit Partikel-Niederschlag überzogen.

Wir raten allen Betroffenen dringend, sich schnell um eine Reinigung zu kümmern.
Beim letzten Niederschlag vor 3 Wochen ist es teilweise zu Schäden gekommen, die sich nicht mehr vollständig entfernen lassen!
Schadenersatzansprüche an Vattenfall sind an folgende Adresse zu richten:
Projektkommunikation@vattenfall.de

Viele NachbarInnen hatten heute ein Schreiben von Vattenfall im Briefkasten.
"Vor zwei Wochen haben wir Sie darüber informiert, dass das Heizkraftwerk Wedel beim Wiederanfahren nach der Revision zeitweise Gipspartikel ausgestossen hat."
Zumindest bei den direkten NachbarInnen hat es ein solches Schreiben, trotz mehrmaliger Aufforderung unserseits (auch im Hinblick auf die Schadenersatzansprüche), nicht gegeben.

Vattenfall gibt im Anwohnerschreiben weiter Folgendes an:
"Die durch die Analyse ausgewiesenen Stoffe lassen aber den Schluss zu, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen zu befürchten sind".
Die Laborergebnisse liegen uns noch nicht vor. Auf welche Stoffe getestet wurde, ist daher noch nicht geklärt. Gerade bei "irreversiblen" Schäden ist eine gründliche Untersuchung notwendig. Das LLUR als zuständige Umweltbehörde hat nach knapp 2 Wochen ebenfalls Proben in Wedel abgeholt. Dazu gab es der BI gegenüber noch keine Rückmeldung.

Weiterhin berichtet Vattenfall Folgendes:
"Wir haben eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die der Frage nachgeht, wie es trotz der im Vorfeld des Wiederanfahrens umfangreich durchgeführten Reinigungsmaßnahmen zu dem vermehrten Partikel-Ausstoss kommen konnte. Unser Ziel ist es, diese auch in der Vergangenheit schon vorgekommene Verunreinigung zukünftig weitestgehend zu vermeiden. Dazu streben wir eine Optimierung der Rauchgasreinigungsanlage und der Betriebsprozesse an."
Vattenfall möchte mit den beim Kohlekraftwerk Wedel angekündigten "Ertüchtigungsmaßnahmen" eine Laufzeitverlängerung erreichen.
Partikel-Ausstoss ist nicht "Stand der Technik". Die Kieler Umweltbehörde hat nach Druck von unserer Seite eine verpflichtende "rechtliche Anordnung" dazu angekündigt. Es geht also nicht um eine weitestgehende Vermeidung, sondern um das Abstellen des Partikel-Auswurfs.

Kerstin Lueckow
Für die BI

Samstag, 30. Juli 2016

Feuerwerk in allen Farben

Wir, die AnwohnerInnen rund um Wedels Kraftwerksfossil, sind ja schon Einiges gewohnt, aber was am Mittwoch Morgen nach dem Aufwachen zu finden war, hat alles bisherige übertroffen. Großflächig waren und sind PKWs, Markisen, Glasdächer, Terrassen und Möbel mit weißen Placken überseht. Zusätzlich hat es auch noch grüne Bröckchen geregnet! Unzumutbar. Auch letzte Woche gab es schon Partikel-Ausstoß, der eine gelbliche Färbung hatte.

Vattenfall und die zuständige Überwachungsbehörde in Kiel (LLUR) behaupten seit Jahren unisolo, dass der bekannte weiße Plackenregen lediglich aus reinem Gips besteht. Das LLUR verweigert seit Jahren eine Beprobung, obwohl keineswegs ausgeschlossen werden kann, dass sich in den Partikeln Rückstände aus der Kohle, zum Beispiel Quecksilber, befinden können.

Bei grünlichen Placken ist es gänzlich ausgeschlossen, dass es sich um reinen Gips handeln kann. Das LLUR hat uns Anfang des Jahres zum Partikel-Ausstoß Folgendes mitgeteilt: "Allenfalls ist in diesem Zusammenhang von Belästigungen zu sprechen" und auf zivilrechtlich zu klärenden Schadenersatz verwiesen.
Dazu habe ich gestern mit Vattenfall telefoniert.

Für alle Geschädigten: PKW-Waschgutscheine liegen beim Werkschutz am Kraftwerk bereit. Auch können Verunreinigungen an Vattenfall gemeldet werden, damit Termine mit Reinigungsfirmen vereinbart werden können.
Mail: stefan.troeber@vattenfall.de

Vattenfall hat am Donnerstag auf unsere massiven Beschwerden reagiert.
Das Kohlekraftwerk wurde herunter gefahren und Vattenfall hat eine Probeentnahme veranlasst und in ein Labor geschickt.

Der Partikel-Ausstoss sollte eigentlich nicht mehr stattfinden.
Aus einer Mail vom LLUR aus dem Dezember 2015:
"Da bis zum Ende dieser Betriebsperiode keine relevanten Partikelniederschläge zu erwarten sind und durch die Reinigung des Schornsteins im kommenden Sommer ein Gipsauswurf in der darauffolgenden Heizperiode (2016/ 2017) vermieden werden kann, bestehen gegen den von der Fa. Vattenfall vorgestellten Zeitplan keine Bedenken."
Vattenfall hat nach eigenem Bekunden eine Reinigung des Schornsteins vorgenommen. Das Ergebnis ist ja schlimmer als vorher. Das LLUR hat Vattenfall bisher einen großzügigen Zeitplan zum Abstellen des Partikel-Auswurfs genehmigt.

Das Hamburger Abendblatt hat heute über den "Fall" berichtet: Vattenfall lässt Kraftwerks-Ausstoß untersuchen.
Dort finden sich Sätze der Vattenfall-Pressprecherin Hillmer wie:
"Wir haben Proben des Niederschlages genommen und lassen aktuell prüfen, ob es sich um einen Auswurf durch das Kraftwerk handeln könnte"
Wer, außer Vattenfall, soll der Verursacher sein? Und:
"Das Kraftwerk wurde runtergefahren. Laut Hillmer soll das aber an nötigen Restarbeiten aufgrund der derzeitigen Revision liegen und nicht an dem Ausstoßproblem. Block 1 wird laut Hillmer am Wochenende wieder angefahren. Block 2 soll dann voraussichtlich Ende der kommenden Woche folgen."
Es ist nicht davon auszugehen, dass das Kohlekraftwerk aufgrund von "Restarbeiten" runtergefahren wurde. Die Laborergebnisse sollen nächste Woche vorliegen. Trotzdem möchte Vattenfall das Kraftwerk schon jetzt am Wochenende wieder anfahren.

Wir haben die Kieler Behörde aufgefordert, ein Anfahren zu untersagen, bevor die Ergebnisse vorliegen. Zumal das Kohlekraftwerk im Sommer überhaupt nicht benötigt wird.

Auch die Ursache ist nicht geklärt. Viele Anwohnerinnen (selbst in Rissen) wurden in der Nacht zu Mittwoch gegen 4:50 Uhr von einem lauten Knall geweckt.
Aufgrund des Ausmaßes der Verschmutzung und der Verfärbungen kann es sich durchaus um eine Verpuffung gehandelt haben.

Hier noch ein weitere Artikel zum Thema aus dem Wedel-Schulauer Tageblatt:
Kraftwerk-BI: „Das ist beängstigend“

Kerstin Lueckow
Für die BI