Sonntag, 8. September 2013

Nun liebe Wähler gebt gut acht

..., die LBD Beratungsgesellschaft mbH hat am 06.09.13 ein Gutachten zur Hamburger Fernwärme mitgebracht:
http://unser-netz-hamburg.de/wp-content/uploads/144px_Gutachenten_LBD_Fernwaerme-Hamburg_2013_09_06.pdf

Ab Seite 47 wird auf die Planungen zum GuD Wedel eingegangen. Daraus folgender Auszug:
Ersatz des Heizkraftwerks Wedel

Der Ersatz der Wärmelieferung des Heizkraftwerks Wedel durch ein neu zu bauendes Erdgas-GuD-Kraftwerk (das sog. „Innovationskraftwerk“) ist bereits Teil der energiepolitischen Kooperationsvereinbarung zwischen der Vattenfall-Gruppe und der Freien und Hansestadt Hamburg. Eine Investitionsentscheidung über den Bau der Anlage ist für das 2. Quartal 2014 vorgesehen77. Die aktuellen Marktbedingungen lassen jedoch keinen wirtschaftlichen Betrieb und damit die Finanzierung der Investition zu. Erst nach Abschluss der Diskussion zum neuen Strommarktdesign kann eine Investitionsentscheidung getroffen werden.

In einer Expertise zum Innovationskraftwerk beziffert das arrhenius-Institut die erzielbare CO2-Einsparung durch das GuD-Kraftwerk im Vergleich zum Heizkraftwerk Wedel mit 170.000 – 270.000 t CO2.

Die Einsparungen beruhen einerseits auf dem deutlich geringeren brennstoffbezogenen Kohlenstoffgehalt des Erdgases gegenüber der Steinkohle und andererseits auf dem höheren feuerungstechnischen Wirkungsgrad der GuD-Anlage gegenüber dem bestehenden Heizkraftwerk.

Im o.g. Gutachten wird am Rande darauf hingewiesen, dass der Bau der GuD-Anlage gegenüber einer dezentralen Lösung mit vielen kleinen BHKWs wegen des höheren stromseitigen Wirkungsgrades vorteilhaft sei und die GuD-Anlage verlässlicher als backup-Anlage am Strommarkt betrieben werden könne. Diese Bewertung ist nur unzureichend begründet.

Der stromseitige Wirkungsgrad ist nur ein Kriterium unter mehreren, die die ökonomische und ökologische Bewertung prägen. Der Brennstoffnutzungsgrad wäre bei BHKW-Systemen sogar höher als bei einer GuD-Anlage. Auch die Flexibilität und die damit verbundene Verfügbarkeit von BHKW-Systemen für den Strommarkt wären durch eine entsprechende Einbindung in das Fernwärmesystem mit Wärmespeicherkapazitäten in mindestens gleichwertiger Weise erfüllt. Geeignet plaziert können die kleineren BHKW-Anlagen darüberhinaus zu einer Entlastung der Stromverteilnetze beitragen und hier Investitionen vermeiden. Ein solches Konzept wird derzeit zum Beispiel in Kiel für die Fernwärmeversorgung favorisiert.

Außerdem ist die Entscheidung über den möglichen Bau eines GuD-Kraftwerkes lediglich Bestandteil der Beteiligungsverträgen zwischen der Stadt und Vattenfall. Eine fachliche Alternativenprüfung, welche Lösung perspektivisch für den Hamburger Fernwärmemarkt die beste wäre, hat nie stattgefunden. Es hätte als erstes ein Wärmekonzept erstellt werden müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.