Freitag, 10. August 2012

Kein Nur-Elbhochufer-Thema - das geht alle an

An alle Interessierte!
Die BI hat am Mittwoch ein weiteres Treffen veranstaltet. Mittlerweile haben sich rund 200 Personen unserer Initiative angeschlossen.

Tatsächlich bereitet uns das von Vattenfall geplante fossile Großkraftwerk viele Sorgen.

Die Luftkühlung mit vertikalen Ventilatoren wird Auswirkungen auf einen weit größeren Umkreis als 1,5km haben. Denn der gesundheitsschädigende Infraschall, der durch diese Art von Kühlung erzeugt wird, hat eine Reichweite von mehreren Kilometern. Auch tieffrequenter Schall soll durch die Luftkühlung erzeugt werden. Die Lärmbelästigung durch den laufenden Betrieb eines Großkraftwerks endet nicht am Hellgrund. Dieses Kraftwerk mit einer geschätzten Laufzeit von 40 bis 50 Jahren betrifft demnach nicht nur direkte Anwohner, sondern die ganze Stadt Wedel und ihre Umgebung. Deshalb planen wir, einen unabhängigen Lärmexperten zu Rate zu ziehen, der uns in diesen wichtigen Fragen zu Seite steht, um einen besseren Schutz für die Stadt Wedel zu gewährleisten.

Wir haben uns gefragt, welche Maßnahmen in diesem Sinne die Stadtverwaltung und die gewählten Volksvertreter Wedels im Interesse und zum Schutze der Wedeler BürgerInnen ergreifen.

Liebe Stadtverwaltung, liebe Ratsmitglieder: Sie tragen eine besondere Verantwortung. Auch die Stadt Wedel wird einen Lärmgutachter beschäftigen. Nutzen Sie dies und lassen Sie sich unabhängig beraten! Nicht alleine unsere Bürgerinitiative sollte hier aktiv werden.

Darüber hinaus beschäftigt sich unsere BI mit der Frage nach Klimaschutz und Energiewende. Bisher konnten wir auf Grund der erhöhten Stromproduktion wegen der erhöhten geplanten elektrischen Leistung und dem geplanten ganzjährigen Betrieb der Anlage keinen positiven Effekt in der CO2 Bilanz für Wedel feststellen. Gutachten von Seiten Vattenfall dazu liegen uns leider nicht vor.

Nicht zu vergessen, dass Vattefnall mit dem Kohlekraftwerk (KoKW) am Standort Moorburg schon einen Ersatz für das KoKW Wedel baut, das eine ca. sechsmal so große elektrische Leistung haben wird. Das in Wedel geplante Großkraftwerk kann aufgrund der vorliegenden Kraftwärmekopplung ganzjährig fossilen Strom in die Netze einspeisen. Schleswig-Holstein plant bis zum Jahre 2020 dreimal soviel Windstrom zu produzieren, wie verbraucht werden wird. Strom soll und muss demnach in den Süden exportiert werden. Schon jetzt sind die Stromtrassen in den Süden an manchen Tagen überlastet. Macht unter diesen Umständen und unter dem Aspekt, dass Gas ca. zehnmal so effizient transportiert werden kann wie Strom, ein Neubau eines Gaskraftwerk in Norddeutschland Sinn?

Wie viel regenerative Energie wird produziert und nicht genutzt? Macht es eigentlich noch Sinn, Solaranlagen auf die Dächer zu setzen? Bisher ist nicht geklärt, wie Vattenfall den in der Nordsee produzierten Windstrom in den Energiepuffer des geplanten GuD leiten wird.

Wir denken, dass jedes Gramm CO2, das unnötig produziert wird, ein Gramm zu viel ist. Deutschland setzt in Zeiten der Energiewende auf dezentrale kleine Anlagen, die bei Bedarf zugeschaltet werden können. Legitimiert der Bau eines fossilen Megakraftwerks weitere Bauten dieser Art? Werden andere Konzerne diesem Beispiel folgen, um ihren Gewinn zu optimieren?

Wir haben eine Verantwortung, nicht nur für uns. Auch die nächste Generation trägt die Folgen.
Kerstin Lueckow, Christian Eplinius für die Bürgerinitiative

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