Samstag, 4. August 2012

Erste Pressemitteilung

Wir haben uns anlässlich des von Vattenfall geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes (GuD) zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Wir treffen uns seit dem 19.Juli wöchentlich und sind inzwischen ca. 140 Personen.

Klar geworden in unseren Treffen ist, dass trotz einer Informationsveranstaltung durch Vattenfall noch viele Dinge ungeklärt sind und die gegebenen Antworten auf unsere Fragen zum jetzigen Zeitpunkt unbefriedigend sind.

Die angegebenen Daten zur Lärmbelästigung überschreiten weiterhin die zugelassenen EU-Grenzwerte für ein reines Wohngebiet. Hier beruft sich Vattenfall auf genehmigte Werte von 1961. Diese Aussage ist um so gravierender, da die Lärmemission des neuen Werkes das ganze Jahr über auf die Bewohner einwirken wird (8760 Std/Jahr). Bisher gab es in den letzten Jahren wegen Revisionsarbeiten Stillstandszeiten. Dieser Umstand wird um so schwerwiegender, als das Werk nicht wie andernorts mit einem vorgeschriebenen Mindestabstand zur angrenzenden Wohnbebauung von 1,5km, sondern im Fall Wedel lediglich mit 150 – 200m gebaut werden soll.
Vattenfall spricht von einer Bauzeit von 3 Jahren, und erwähnt die Lärmbelastung für weitere 3 Jahre durch den Rückbau des alten Kraftwerkes erst nach energischem Nachfragen unsererseits.
Auch deutlich wird die unbefriedigende Informationspolitik Vattenfalls dadurch, dass uns bisher keine Gutachten zum vom neuen Kraftwerk ausgehenden Infraschall zur Einsicht gegeben wurden, der unseren Wissens nicht gedämmt oder stark gemindert werden kann, dennoch gesundheitsschädigend ist.
Der Verlauf der Gasleitung die zur Versorgung des GuDs notwendig ist, bleibt bisher ungeklärt. Durch diese sehen wir eine potentielle Gefährdung für die Gesamtbevölkerung Wedels. Auch durch die immense Verkehrszunahme, die eine solche zusätzliche Großbaustelle mit sich bringt, ist die Lebensqualität der Wedeler BürgerInnen und die Attrakivität Wedels als Naherholungsgebiet massiv beeinträchtigt.

Ungeachtet dieser genannten Aspekte stellen wir auch die Sinnhaftigkeit eines Neubaus eines Megakraftwerkes (weit über 1000 MW) auf Grundlage fossiler Brennstoffe angesichts der energiepolitischen Neuausrichtung hin zu regenerativen Energien grundsätzlich in Frage.

Wir fordern von Vattenfall, dass alle Ergebnisse der Gutachten und Messungen der Öffentlichkeit bereitgestellt und transparent erläutert werden, so dass sichtbar wird, dass Vattenfall tatsächlich die Interessen der Bürger und Bürgerinnen ernst nimmt.

W. Richert, C. Eplinius für die Bürgerintiative

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