Sonntag, 19. August 2012

Antwort zur Stellungnahme an Herrn Koehn

Leserbrief von einem Bürger aus Wedel. Leserbriefe geben nicht automatisch die Meinung aller BI Mitglieder wieder.

Wedel, den 16.08.2012
Stellungnahme zum Kraftwerk Wedel: Michael Koehn begrüßt die Entscheidung von Vattenfall
Blickpunkt Nr. 900 – 4. August 2012 – 54. Jahrgang

Auch wenn man wie Sie Herr Koehn Politiker ist, sollte man überlegen was man schreibt und wenn man dann noch zusätzlich Vorsitzender des Klimaschutzfonds Wedel ist und bei den „Grünen“ seine politische Heimat gefunden hat (s. Webseite Michael Koehn), dann hat man auch gewisse Verpflichtungen hinsichtlich der Überprüfbarkeit der Angaben, so meine ich, wenn man eine solche Stellungnahme öffentlich zum Kraftwerk Wedel abgibt.

1. Eine Abschaltung des vorhandenen KoKW´s in Wedel ist eine gute Sache, sowohl in wirtschaftlicher als auch ökologischer Hinsicht. Somit besteht die Möglichkeit wegen Wegfalls des zentralen Kraftwerks, die Anwendung neuer Technologien und eine geeignete Lösung zu suchen, unter Einbeziehung einer Fernwärmeversorgung in S-H. Hierbei verweise ich auf die Stadtwerke Kiel, die sogar ein neues KoKW bauen wollten. Die Lösung ist nun ein 200 MW, in Form von 20 BHKW`s, jedes mit einer Leistung von 10 MW. In Wedel soll die Fernwärme, durch einen zentralen Erzeugungsort in Wedel, auf das 20 km entfernte Verteilgebiet geleitet werden und von dort zu den jeweiligen Verbrauchern gebracht werden. Es macht keinen Sinn, Gas in Wedel zu verbrennen und den Strom weiter zu transportieren, dass ist nicht wirtschaftlich. Strom sollte dort erzeugt werden, wo er gebraucht wird. Die beschriebene alternative Energiespeicherung ist hier eine Kombination, bestehend aus Tauchsieder, Wasserbehälter mit einer Kombination von ineffizientem Strom.

2. Vielleicht hat es Herr Koehn noch nicht einmal mitbekommen, dass in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk eine Schule, ein Kindergarten und Kinderhort und Menschen in ihren Zuhause sind. Bürger, die demokratisch die Volksvertreter gewählt haben. Diese Bürger erwarten bei der Entscheidung dieses Groß Projekts auch ein demokratisches Verfahren seitens der gewählten Vertreter und der beteiligten Firmen.
Das Kraftwerk soll 1.000 MW leisten, der C02-Ausstoss ist mit der damit verbundenen Leistung weitaus höher, als beim bestehenden KoKW !

3. Als Vorsitzender des Klimaschutzfonds Wedel, sollten Sie uns (mit Vattenfall) Dokument vorlegen:

  • Vorlage der Grundlagen zur Bestimmung der zukünftigen Wärmeversorgung im Westen von Hamburg und in Wedel und Umgebung
  • Begründung für die Notwendigkeit der Energiewende am Standort Wedel in der geplanten Größenordnung
  • Wie erfolgt der weitere Ausbau der Windenergie in S-H und der Einspeisung von Strom, bzw. die Erklärung wo der nicht gebrauchte Strom von der Windenergiegewinnung verbleibt, bzw. wie er genutzt wird.
  • Zeitplan über das Groß Projekt und den Ausbau und der damit verbundenen Netze für den Abtransport von Strom, vor allen Dingen wohin
  • Das vorhandene KoKW wurde in den vergangenen Jahren im Sommer abgeschaltet. Wieso kann das KoKW in Wedel nicht abgeschaltet werden und durch andere vorhandene und in der Planung-Realisierung-Betrieb befindliche KW´s nicht übernommen werden.
  • Angaben über die Lärmbelästigung bei vollen Betrieb des Kraftwerks

Ich würde mich freuen, diese Unterlagen über die Bürgerinitiative zeitnah zu erhalten.

Techn. Details wurden teilweise aus einem Bericht von Herrn Mirco Beisheim "Das neue Kraftwerk in Wedel" entnommen.

Der Artikel wurde geschrieben von
einem Bürger aus Wedel

Kommentare:

  1. Ein Bürger?
    vielleicht der Ehemann von Frau Eppelt?

    Wenn jemand Offenheit verlangt, sollte er bereit sein, seinen Namen zu nennen.

    M. Koehn

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  2. E-Mail vom 24.08.2012

    Sehr geehrter Herr Koehn,

    alle Bürger der Stadt Wedel verlangen Offenheit und haben einen Anspruch darauf und zwar von Fachleuten, die davon etwas verstehen. Wenn Sie nun öffentlich Stellung für das Kraftwerk Wedel nehmen und so tun, dass alle Wedeler Bürger dumm sind, die nicht die technische Vorteile wie Sie bei einem GuD Kraftwerks erkennen, weil Sie Vorsitzender des Klimaschutzfonds in Wedel sind, führt das natürlich zu Widersprüchen. Alle Bürger werden durch den Betrieb der Anlage leiden müssen - erst einmal während der Bauphase, über deren Logistik sich die Gemeinde Wedel noch gar keine Gedanken gemacht hat. Warum haben Sie denn nichts von den Veränderungen im ökologischen System berichtet, bei den Bienen, Wespen und Hornissen? Haben Sie nachgefragt beim BUND oder bei NABU welche Beeinflussung auf die Umwelt stattfinden ? Warum wird das Wasser der Elbe nicht zur Kühlung benutzt und wie sind die Auswirkungen bei der Luftkühlung, je nach Windrichtung in Rissen oder Wedel?

    Es sind in den vergangenen Wochen viele Artikel geschrieben und veröffentlicht worden. Bitte lesen Sie doch z. B. den Kommentar in der „Welt“ vom 22.08.2012 „Neues Kraftwerk in Wedel – Innovation Fehlanzeige“ von Manfred Braasch. Dieser Bericht deckt sich in keiner Weise mit der „techn. Expertise“ von Ihnen. Aber das verlangt auch niemand von Ihnen.

    Ich hoffe, Sie werden nunmehr meine Fragen in Zusammenarbeit mit Vattenfall beantworten können, mit denen Sie sicherlich in einen Dialog eintreten können. Ich habe diese Informationen bisher nicht bekommen.

    Was meine Offenheit betrifft: Wir, das sind Bürger aus Wedel, aus Rissen bis hin nach Blankenese.

    Ein Bürger aus Wedel.

    Wedel, den 23.08.2012

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