Montag, 15. Juli 2013

2. Leserbrief zur Kraftwerks-Debatte

Leserbrief von Sandra Mohr zum Artikel im Wedel-Schulauer Tageblatt vom 11.07.2013 Weniger Emotion, mehr Sachlichkeit in Kraftwerks-Debatte. Leserbriefe geben nicht automatisch die Meinung aller BI Mitglieder wieder.

So so, mehr Sachlichkeit ist in diesem Falle gewünscht. Dann möchte ich mal damit anfangen.
Das Kraftwerk ist nicht nur bei den Anwohnern, sondern auch z.B. beim BUND und NABU in die Kritik geraten. Und selbst die Umweltbehörde (BSU) aus Hamburg hat nach der Auslegung der Unterlagen eingewendet.
Im Falle des neuen Kraftwerkes wurden mit positiven Schlagworten argumentiert, um mit den notwendigen Entscheidern ganz schnell den Weg frei zu machen. Selbst die Stadt Wedel unterstützt das Tempo mit einem Verzicht auf einen Bebauungsplan für das Kraftwerksgelände und möchte nur den Rand um die Gebäude planen.

Es hat im November 2012 einen zweitägigen, sachlichen Erörterungstermin gegeben auf diesem unter anderem klar wurde, dass der 4000 m² große Luftkondensator (35 Meter hoch, offen und mit einer Ausgangslautstärke von 100 dB) bisher einmalig in Deutschland ist. Und das, neben der genehmigenden Behörde in Flintbek (LLUR), selbst Vattenfall keine Erfahrungswerte mit dieser Größenordnung hat.
Hierzu möchte ich noch einmal anmerken, dass die nächsten Anwohner knapp 200 Meter entfernt wohnen.

Das neue Kraftwerk ist mit einer Bauhöhe von bis zu 57 Meter auf dem höher gelegenen Teil des Grundstücks geplant und damit, abgesehen von der „eindrucksvollen“ Glasfassade, eine imposante Erscheinung im negativen Sinne.
Und auch den Investoren vom BusinessPark wird dieser Anblick nicht verborgen bleiben.

Als es Ende 2011 erstmals um die Notwendigkeit eines neuen Kraftwerkes ging, wurde dies mit der Fernwärmeversorgung der Hamburger begründet.
Jetzt soll es der Strom sein, der den Neubau notwendig macht.
Deutschland verschenkt Strom ins Ausland und in Schleswig-Holstein stehen die Windräder still, weil sich zuviel Strom im Netz befindet.

Die PRO Argumente von Vattenfall für das neue Kraftwerk sind langsam eingestaubt. Moderne Technologie , zukunftsweisend, kleiner , leiser …..“ Aussagen, die durch Fakten auch gerne gemindert oder widerlegt werden können, sofern man sich mit der Materie einmal intensiv auseinander setzt. Wie die CDU schon selber gesagt hat, hat sie dies im Detail bisher nicht getan. Und anstatt sich ausschließlich mit den Befürwortern des Kraftwerkes und Vattenfall zu unterhalten, solle auch mal die Gegenpartei gehört werden. Bisher hat die örtliche CDU dies jedoch abgelehnt bzw. verschoben.

Und bei all dieser Sachlichkeit ist es doch wohl verständlich, dass die Anwohner ein wenig emotional werden. Denn auch wir gehören zu Wedel, wenn ich auch zunehmend das Gefühl habe, dass Wedel, östlich vom Schulauer Fährhaus „aufhört“ bzw. aus Gewerbe besteht. Und wie hat kürzlich eine Hamburger Tageszeitung über unsere Siedlung geurteilt „es ist nicht die beste Gegend von Wedel“. Dabei handelt es sich beim Elbhochufer um eine einmalige Nachkriegssiedlung, die einen besonderen Schutz verdient hat und auf die Wedel zu Recht stolz sein kann. Wir möchten uns hier wohl fühlen und nicht als Querulanten dargestellt werden.

Sandar Mohr


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