Montag, 17. Dezember 2012

Vattenfall - ein guter Nachbar und Partner?

Wie ist es denn, neben einem Vattenfall Kraftwerk zu wohnen? Es gab Zeiten, da war dies für viele Anwohner wenig problematisch. Im Sommer konnte man in Ruhe in seinen Gärten sitzen, die Wochenenden waren erholsam und Alarm und Lärm beim Entladen der Kohleschiffe beschränkte sich auf rund ein Dutzend Male und dies hauptsächlich im Winter. Und im Hinterkopf hatten die Anwohner die Aussagen Vattenfalls, das Kraftwerk bis Mitte des Jahrzehnts stillzulegen.

Tja, was ist daraus geworden?

Als erstes wurden hier aufgrund von Gleisarbeiten monatelang 2 kleine Schiffe am Tag entladen. Verbunden mit ständigen Alarm, dies auch am Samstag und Sonntag ab sechs Uhr morgens. Ausschlafen? Ruhe im Garten? Gar nicht dran zu denken. Information durch Vattenfall? Fehlanzeige!

Dieses Kraftwerk liegt zwischen zwei Wohngebieten und darf nur mit Auflagen betrieben werden. Diese sind z.B. Einhaltung der Lärmgrenzen für allgemeine Wohngebiete (40dB in der Nacht) und die Entladung von Schiffen nur in Ausnahmefällen am Sonntag.

Nun, die Gleisbauarbeiten sind beendet. Kehrt jetzt wieder sonntägliche Ruhe ein? Mitnichten! Es wird einfach fröhlich weiter gemacht. Und zu allem Überfluss wird noch ein neuer Alarm eingeführt, der deutlich an eine Feuersirene erinnert. Warum auch nicht den ganzen Tag Menschen mit Sirenen beschallen! Rücksichtnahme? Ein Fremdwort für Vattenfall.

Damit nicht genug. Ist es nicht schön, wenn man am Sonntag morgen die Kohlehalde mit rostigen Raupen bearbeitet? Wohnen hier Menschen?

Dieses Jahr wurde eine große Revision durchgeführt. Es gibt Häuser, in denen Wände und Fußböden vibrieren. Dieses löst bei den Betroffenen Angstgefühle aus. Erklärung von Vattenfall? Fehlanzeige! Wir haben nichts verändert! Angehen der Probleme? Wozu?

In den ersten Häusern ist ein tiefes Brummen zu hören, besonders in den Fensterrahmen. Diese Räume sind faktisch nicht mehr nutzbar.

Und jetzt zu der Einhaltung der Lärmgrenzen. Diese werden insbesondere bei Ostwind deutlich überschritten. Selbst in Rissen wachen Menschen teilweise mitten in der Nacht auf, da das Kohlekraftwerk auf einmal sehr laut ist.

Und an wen sollen sich all diese Menschen wenden? An unsere Stadtverwaltung? Der Auftritt der städtischen Mitarbeiter beim Erörterungstermin hat vor allen Dingen eins gezeigt: Die Bewohner des Elbhochufers spielen bei allen Überlegungen keine Rolle.

So kommt es nun, dass die ersten Häuser leer stehen und viele Menschen nur noch einen Gedanken haben. Bloß schnell weg aus Wedel. Da brauchen wir gar nicht erst auf den Bau eines GuDs zu warten!

Kerstin Lueckow,
Anwohnerin

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