Freitag, 6. November 2015

GuD-Julklapp

Wichteln (in Skandinavien und auch Norddeutschland Julklapp [...]) Der ursprüngliche, heute aber nur noch selten praktizierte Brauch sah vor, dass das Geschenk den Beschenkten bis zu einem verabredeten Termin (etwa innerhalb der Adventszeit) heimlich zugesteckt wird.(Wikipedia)
Entscheidung über GuD Wedel noch in diesem Jahr!

In der letzten Woche gab es unterschiedliche Informationen und Meldungen über Kraftwerk(e) in Wedel.

Der NDR 90,3 berichtete am 28.10.2015:
Bleibt Kraftwerk Wedel länger am Netz?
Eigentlich sollte bis zum Jahresende feststehen, wie das alte Kohlekraftwerk in Wedel ersetzt werden soll. Aber diese Entscheidung gestaltet sich offenbar schwieriger, als lange Zeit gedacht. Vorgesehen war zunächst, dass das Kohlekraftwerk 2019 durch ein modernes Gaskraftwerk abgelöst wird. Doch mittlerweile prüft die Umweltbehörde auch andere Möglichkeiten der Wärmeversorgung. Das koste Zeit, sagte Senator Jens Kerstan (Grüne) im Gespräch mit NDR 90,3. "Es ist schon fast nicht mehr möglich, bis 2019 eine neue Anlage zu errichten. Deshalb werden wir wahrscheinlich um eine Ertüchtigung des Kohlekraftwerks Wedel für wenige Jahre nicht drumherumkommen." Es gebe Szenarien, wonach das Kraftwerk mit neuen Investitionen so ertüchtigt wird, dass es bis 2021 noch betrieben werden kann.[...]
Kerstan weist auf große Veränderungen auf dem Energiemarkt hin - zum Beispiel auf die geplanten neuen Fördermodelle für die Kraft-Wärme-Kopplung. Diese könnten zur Folge haben, dass ein neues Gaskraftwerk in ein paar Jahren unwirtschaftlich werden könnte.
Nach einigem Hin und Her, was denn genau wann und wie entschieden wird, steht nun Folgendes fest:
  1. Das Kohlekraftwerk Wedel wird nur noch auf absehbare Zeit betrieben. Ein mögliches Szenario ist allerdings der Weiterbetrieb bis 2021.
  2. Über das GuD Wedel in der jetzt geplanten Form wird bis zum Ende dieses Jahres entschieden. Diese Frist ist vertraglich zwischen dem Hamburger Senat und der Fa. Vattenfall vereinbart. Auf einer Aufsichtsratssitzung im Dezember müssten sich beide Parteien einvernehmlich für den Bau des von uns beklagten GuDs entscheiden. Ansonsten tritt automatisch "Plan B" in Kraft.
  3. "Plan B" ist das sogenannte Alternativ-Szenario. Dies bedeutet, dass die Nachfolgelösung für das Kohlekraftwerk Wedel, sowohl in technischer Hinsicht als auch in Standortfragen, wieder offen wäre.

Weitere Presse zum Thema:

  1. Wedel-Schulauer Tageblatt, SCHLUSS MIT EIERTANZ UMS KRAFTWERK, Bleibt das Kraftwerk in Wedel bis 2021 am Netz?
  2. Pinneberger Tageblatt, KOHLEKRAFTWERKE IN DER REGION, Bürgerinitiative aus dem Kreis Pinneberg kämpft gegen Neubaupläne in Stade
  3. Hamburger Abendblatt, Pinneberger Beilage, Wedeler Kraftwerk wird ertüchtigt
  4. DIE WELT, Kraftwerk Wedel länger am Netz
  5. Hamburg 1, Laufzeitverlängerung für Kohlekraftwerk
Kerstin Lueckow
Für die BI

Sonntag, 18. Oktober 2015

Nächstes Bi-Treffen Montag, 19.10.15, 19:30, mittendrin

Liebe MitstreiterInnen,
unser nächstes Treffen ist am Montag, den 19. Oktober 2015 um 20:00 Uhr im
Stadtteilzentrum "mittendrin", Friedrich-Eggers-Str. 77 in Wedel.

Kerstin Lueckow

Dienstag, 29. September 2015

Presseschau

Am Dienstag, den 22.09.15, jährte sich der Hamburger Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze zum 2. Mal. Zu diesem Anlass und zum kürzlich veröffentlichten Gutachten zur Hamburger Fernwärme gab es eine Pressekonferenz der Hamburger Energie-Organisationen beim BUND Hamburg. Beteiligt waren der BUND, KEBAP Energiebunker e.V., der Hamburger Energietisch, die Energienetz HH eG und wir.

Dazu gab es eine umfangreiche, positive Presseresonanz. Viel zu lesen und auch etwas zum Anschauen :-):
1. Wedeler Tageblatt/SHZ:
Grüne offen gegen Gaskraftwerk

2. Hamburger Abendblatt:
Umweltschützer fordern: Kein neues Kraftwerk in Wedel

3. NDR 90,3:
Hamburger könnten mit Industrie-Abwärme heizen

4. Hamburg 1:
Wedel: BUND fordert alternative Energiegewinnung, Industrie-Abwärme statt Gaskraftwerk?

5. Hamburger Morgenpost:
Industrie-Abwärme statt Gaskraftwerk

6. Die ZEIT hat den Artikel zu Wedel (Bitte, lasst es einfach) jetzt auch online gestellt:
Bitte, lasst es einfach Hamburg plant schon wieder ein neues Kraftwerk. Und es ist wieder keine gute Idee.

7. Und noch ein Eintrag auf "stop greenwashing":
Es wird eng für Olaf Scholz

8. Eben zu diesem Anlass (2 Jahre Volksentscheid) haben die Hamburger Grünen eine Presse-Mitteilung heraus gegeben. Diese Erklärung findet teilweise schon in den o.g. Artikeln deutliche Erwähnung.
Zwei Jahre Volksentscheid Netze, Fernwärme: überall statt überdimensional, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg

Ergänzen möchte ich noch einmal, dass Vattenfall/HH keine rechtsgültige Genehmigung für den Bau eines GuDs in Wedel hat. Wir klagen, aus guten Gründen, gegen den Genehmigungsbescheid.

Möchte man in HH wirklich eine Entscheidung über ein 500-Millionen Projekt auf einer derart unsicheren Rechtslage tätigen?
Wenn die Genehmigung kippt, gäbe es ein ernsthaftes Problem bis hin zur Bauruine.
Und wir könnten im Bedarfsfall auch noch in die 2. Instanz gehen.

Kerstin Lueckow

Donnerstag, 10. September 2015

"Bitte, lasst es einfach"

Ein klares Statement und "Nein" zu den GuD-Großkraftwerksplänen in Wedel.
Man könnte meinen, dieser Satz stammt von uns, der BI Wedel/Rissen. Tatsächlich ist dies die Überschrift eines umfangreichen Artikels zu den Wedel Plänen aus dem Hamburg-Teil der "DIE ZEIT" vom 03.09.2015:
Wahrscheinlich ist es ein Gerücht, dass in Wedel bei Hamburg demnächst ein neues Kraftwerk gebaut wird. Sicherlich, es gibt Pläne, aufwendige Machbarkeitsstudien für Hunderttausende von Euro, es gibt
Bürgerschaftsanfragen und Bürgerinitiativen und sogar eine Art von Bürgerbeteiligung ...
Der vollständige ZEIT-Artikel steht hier als PDF-Datei zur Verfügung.

In den letzten Tagen sind weitere, sehr interessante Artikel zum Thema
Kraftwerk(e) Wedel und die Hamburger Fernwärme erschienen.
In chronologischer Reihenfolge:

1. Hamburger Abendblatt, Pinneberger Ausgabe vom 02.09.2015, Gutachter fürchten Bürgerprotest in Wedel:
"Lange hat es gedauert, doch knapp ein Jahr, zahlreiche Gesprächsrunden und Hunderttausende Euro später, ist das umfangreiche Gutachten zur Hamburger Fernwärmeversorgung fertig. Was das mit Wedel zu tun hat? Viel. Denn in dem 100 Seiten starken Werk geht es vor allem um die Zukunft des Kraftwerkstandorts in Wedel und um das dort geplante 500 Millionen Euro teure neue Innovationskraftwerk. Gegen dieses Bauprojekt hatte sich in Wedel vor allem unter betroffenen Anwohnern massiver Widerstand formiert. Ein Bürgerentscheid und zahlreiche Klagen gegen den genehmigten Bebauungsplan waren die Folge ..."
Hier den ganzen Abendblatt-Artikel lesen.

2. SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) Hamburg Teil vom 02.09.2015, Gaskraftwerk in Wedel weiter unsicher:
"Ob es in Wedel überhaupt zum Bau eines neuen Gaskraftwerks kommt, steht weiter in den Sternen. Fest steht nun aber: Sollten die Stadt Hamburg und der Energiekonzern Vattenfall bei der Errichtung des Meilers bleiben, dann wird dieser wohl sehr viel kleiner ausfallen, als bisher vorgesehen ..."
Hier kann der vollständige SHZ-Artikel gelesen werden.

3. Klimaretter/Interview mit Manfred Braasch vom BUND Hamburg vom 06.09.2015
"Hamburgs BUND-Chef Manfred Braasch plädiert dafür, das alte Kraftwerk Wedel nicht durch eine neue Mega-Anlage zu ersetzen und die Fernwärme so schnell wie möglich in die Regie der Stadt zu nehmen.

klimaretter.info: Herr Braasch: Anfang der Woche fand der vierte Hamburger Wärmedialog statt. War es ein harmonischer oder ein angespannter Abend?
Manfred Braasch: Die Veranstaltung war gut besucht. Das zeigt einmal mehr, dass das Interesse an energiepolitischen Themen groß ist, und es gab viele Fragen. Aber eine scharfe Konfrontation auf dem Podium – oder auch mit dem Publikum – blieb aus.

Unter anderem ging es um das alte Steinkohlekraftwerk in Wedel, von dem laut Betreiber Vattenfall 120.000 Haushalte in Hamburg abhängig sind. In den nächsten Monaten entscheidet die Regierung darüber, ob es – wie ursprünglich geplant, aber sehr umstritten – durch ein riesiges Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk, ein GuD-Kraftwerk, ersetzt werden soll."
Hier das vollständige Interview.

4. Hamburger Abendblatt vom 07.09.2015, Kerstan will von Kopenhagen mehr über Energiepolitik lernen
"Die weitreichendeste Entscheidung aber ist die über die Frage, wie der Hamburger Westen künftig mit Fernwärme versorgt werden soll. Nach dem Strom- und Gasnetz fällt gemäß dem Netze-Volksentscheid 2019 auch das Fernwärmenetz von Vattenfall an die Stadt zurück. Noch in diesem Jahr aber muss entschieden werden, ob das alte Kohlekraftwerk in Wedel, das bisher weite Teile der Stadt mit Wärme versorgt, tatsächlich durch ein neues Gas-und-Dampf-Kraftwerk (GuD) ersetzt werden soll, und falls ja: wie groß dieses sein und wie es technisch ausgestattet werden soll – und wer es baut ..."
Hier der Artikel im Hamburger Abendblatt.

Es gibt also viel zu lesen. Das zeigt auch, wie wichtig und weitreichend die anstehende Entscheidung zum Großkraftwerksbau in Wedel ist.

Kerstin Lueckow
für die BI

Sonntag, 23. August 2015

Einfältige Lokalpolitik: So will Wedel's Bürgermeister unterweisen

Ein wesentlicher Kritikpunkt am Bau des geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) ist, dass bei jeder sich bietenden Gelegenheit die (vorgesehene) Bürgerbeteiligung umgangen wurde. Ganz besonders hervorzuheben ist dabei, dass die Antragsunterlagen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im für Rissen zuständigen Bezirksamt in Altona nicht ausgelegt wurden. Der Baulärm für das mit knapp 500 Metern sehr nah gelegene Wohngebiet in Rissen wurde in den Unterlagen nicht einmal ausgerechnet. Dies ist auch ein Teil unserer im April 2015 beim OVG Schleswig eingereichten "erweiterten Klagebegründungen".

Der Umgang mit den "Betroffenen" und der Bürgerinitiative hat sich seit Antragstellung im Jahre 2012 kaum verändert. Dabei sollte es heutzutage eine Selbstverständlichkeit sein, die Menschen vor Ort bei Großprojekten "mitzunehmen" und ein Dialogverfahren auf Augenhöhe zu führen. Ansonsten braucht sich niemand darüber zu wundern, wenn ein weiteres Großprojekt unter der Rubrik "gescheitert" geführt werden muss.

Die Stadt Wedel reiht sich mit ihrem Großprojekt "BusinessPark Elbhochufer" nahtlos in den kritikwürdigen Umgang mit den betroffen AnwohnerInnen in Rissen und Wedel ein.
Die Stadt hat im Jahr 2012 ohne Not auf einen Bebauungsplan für die Kraftwerksfläche des GuDs und somit auch auf alle Rechte verzichtet. Und dies auch zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger, die ohne B-Plan um einem wesentlichen Teil der Bürgerbeteiligung gebracht wurden.
Dies rächt sich jetzt. Ohne Bebauungsplan konnte Wedel keine städteplanerischen Rahmenbedingungen für den Großkraftwerksbau festlegen. Der nebenan geplante BusinessPark ist somit schon mit hohen Lärmwerten vorbelastet. Und was macht die Stadt Wedel? Anstatt sich mit dem Hamburger Senat/Vattenfall über die Aufteilung der sogenannten "Lärmkontingente" zu einigen, soll den gleichen betroffenen Wohngebieten rund ums Kraftwerks/BusinessPark-Gelände einfach noch mehr Lärm zugemutet werden. Dabei werden die deutsche Lärmgesetze (TA Lärm) schlichtweg missachtet. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat schon vor einem Jahr ein Ausrufezeichen gesetzt und das Rissener Wohngebiet durch einen (rechtskräftigen) Bebauungsplan geschützt. Die Reaktion aus Wedel: Anstatt nachzubessern, wurde eine Klage gegen Hamburg eingereicht! Zusätzlich werden die AnwohnerInnen in Artikeln und auf wedel.de brüskiert. Eine weitere Klage (nach schon erfolgten 3 Klagen zum GuD und Kohlekraftwerk Wedel) ist die logische Folge daraus.

Mittlerweile werden nicht nur AnwohnerInnen, sondern auch Wedeler Parteien (Grüne, Linke) in Bezug auf die BusinessPark Planungen auf wedel.de "in ein negatives Licht gerückt".
Kritikpunkt ist ein Artikel über eine im September geplante Veranstaltung auf dem BusinessPark Gelände. Dazu ist am 20. August 2015 folgender Artikel im Wedel Schulauer Tageblatt erschienen: Wedel.de: Schmidt in der Kritik

"Mich stört weniger der Inhalt als die Art“, sagt Murphy. Er meint den Absatz des Textes 'Wedel at Business': frische Infos und netzwerken“, in dem Bürgermeister Niels Schmidt(parteilos) erklärt, dass Lokalpolitikern bei der Veranstaltung differenzierte Einsichten vermittelt werden könnten“. Ein Satz im direkten Zusammenhang mit der von Grüne und Linken hochgeworfenen Anhandgabe-Gebühr für Grundstücke, die Schmidt „äußerst kritisch betrachtet“, wie aus dem Text hervorgeht. Es sei lediglich ein Prüfauftrag vor dem Hintergrund der notwendigen Verbesserung der Haushaltslage Wedels, so Wuttke. Er kontert: Bei 'Wedel at Business' können bestimmt auch leitenden Verwaltungsbeamten differenzierte Einsichten vermittelt werden.“

Es gebe ein gewisses Neutralitätsgebot für einen Bürgermeister, zumindest auf öffentlichen Seiten der Stadt und bei öffentlichen Veranstaltungen, konstatiert Murphy. Wuttke wird da schärfer: „Ein halbes Jahr vor der Bürgermeisterwahl täte aus meiner Sicht ein Amtsinhaber, der in Kürze wieder Kandidat ist, sehr gut daran, sich mit öffentlichen abfälligen Bewertungen einzelner Ratsfraktionen zurückzuhalten."

Als Reaktion auf den Artikel hat eine Hamburger Anwohnerin folgenden Leserbrief geschrieben:

Mit Erstaunen habe ich den Artikel auf wedel.de zur Veranstaltung "wedel-at-business" vom 08. August 2015 gelesen. Nicht nur, dass einzelne Wedeler Parteien "in ein schlechtes Licht" gerückt werden. Auch folgender Satz ist mir besonders negativ aufgefallen: "Erschwerend hinzu kommen die blockierenden Nachbarn aus Hamburg - Wedel wehrt sich: Die Klage ist eingereicht."

Es ist kein Geheimnis, dass sich Wedels BusinessPark, beworben als "Sahneschnittchen", in den letzten Jahren eher als Ladenhüter denn als Verkaufsschlager entpuppt hat. Dazu gibt es vielfältige Gründe: Zum Beispiel ist das Gelände nach wie vor mit Chemikalien belastet, die Verkehrsanbindung ist nicht gegeben und konzeptlos und es herrscht ein sogenannter "Lärmstreit" mit Hamburg und den AnwohnerInnen.
Als Wedel vor Jahren das Grundstück von MobilOil übernommen hat, um dies gewerblich zu nutzen, war die Sachlage zum Thema "Großkraftwerk als Nachbar" eine völlig andere: Das überalterte Kohlekraftwerk Wedel sollte im Jahre 2012 ersatzlos gestrichen werden (Auskünfte Vattenfall). Statt dessen ist eines der ältesten und schmutzigsten Kohlekraftwerke in Deutschland immer noch am Netz. Zusätzlich ist nicht geklärt, ob parallel zum Betrieb des Kohlekraftwerks ein Gas-Großkraftwerk errichtet werden soll. Dies wäre mit mehrjährigem Baulärm direkt neben dem BusinessPark verbunden. Dabei sind Steuer-Einnahmen für Wedel durch ein Gaskraftwerk aufgrund des in den letzten Jahren drastisch gesunkenen Strompreises mehr als fraglich.

Um die (teils selbstverschuldete) fehlende Nachfrage zu kompensieren, setzt Wedel auf "Plan B": Jetzt muss eben auch "lärmendes" Gewerbe eine Option sein. Dabei wurden im Bebauungsplan zum BusinessPark Lärmgrenzen eingetragen, die weder dem Wohngebiet in Rissen noch dem Wohngebiet am Elbhochufer in Wedel Rechnung tragen. Zum Beispiel werden die zulässigen nächtlichen Lärmgrenzen für ein Gewerbegebiet um bis zu 7 dB(A) überschritten und die ersten Häuser in Rissen sollen eine "zweifache" Lärmhochstufung ihres Wohngebiets hinnehmen. Es ist kein Wunder, dass sich die Menschen in der Umgebung des Kraftwerks/BusinessParks-Geländes zur Wehr setzen.

Heutzutage sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, bei Großprojekten auf Bürgerbeteiligung und "Mitnahme der Menschen vor Ort" zu setzen. Statt aber die Nachbarinnen und Nachbarn zur geplanten Veranstaltung samt Podiumsdiskussion einzuladen, werden diese (nicht zum ersten Mal) auf wedel.de angegriffen. Die Konsequenzen eines solchen Vorgehens sind vorhersehbar.

Hanne Harder,
Hamburg-Rissen

Sonntag, 31. Mai 2015

Hamburger Rathaus Termin: Diese Dreistheit hatte keiner erwartet

Die Hansestadt Hamburg wird aufgrund des Hamburger Volksentscheids zum Rückkauf der Energienetze das Hamburger Fernwärmenetz inklusive Erzeugungs-Standort in Wedel am 01.01.2019 von der Fa. Vattenfall übernehmen. Dazu wird in Hamburg derzeit ein Gutachten zur künftigen Wärmeversorgung des Hamburger Westens erstellt (Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel). Beteiligt an diesem Gutachtenprozess sind unter Anderem Vertreter der Hamburger Fraktionen, die Hamburger Handelskammer, die Arbeitnehmervertretung von Vattenfall und Interessenvertreter der Hamburger Energiewende (NGOs).
Ebenfalls Teil des Beteiligungsprozesses zum Gutachten sind Termine im Hamburger Rathaus, an denen Anmerkungen, Anregungen und Kritik vorgetragen werden können.
Der derzeitige Stand des Gutachtens enthält diverse Möglichkeiten zur Wärmeversorgung und neben Wedel auch Standorte in Hamburg (Stellingen und Deelböge).

Beim letzten Rathaus-Termin am 18.05.2015 wurde von Seiten der NGOs auf die Problematik am Standort Wedel insbesondere beim Thema Baulärm hingewiesen:
  1. Da das Kohlekraftwerk während des Baubetriebs des geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) weiter betrieben werden soll, käme der Baulärm zum jetzigen Kraftwerkslärm noch hinzu. Vattenfall hat schon beim jetzigen Kohlekraftwerk alle Mühe, die Lärmgrenzen für die Wohngebiete einzuhalten.
  2. Aufgrund eines weichen Untergrunds in Wedel (Torflinse) sind Gründungsarbeiten erforderlich. Diese sind nicht nur laut, sondern lösen Erschütterungen aus (Rüttelstopfmaschinen). Schon in der Baulärmprognose zum geplanten Gaskraftwerk werden spürbare Erschütterungen fürs Elbhochufer prognostiziert. Nicht umsonst sind für Erschütterungen in der Genehmigung zum GuD Beweissicherungsgutachten für die nächstgelegen Häuser zur Baustelle angeordnet. Diese sollen der Dokumentation von eventuellen Schäden dienen.
  3. Auf die Frage, wie man das Kohlekraftwerk betreiben möchte, wenn der größte Teil der Kohlehalde für die Baustelle des GuDs benötigt wird, hat es bisher noch von keiner Seite eine plausible Antwort gegeben. Am wahrscheinlichsten wären ständige Kohlefrachter-Entladungen. Diese sind trotz eines kürzlich erfolgtem Umbau des Entladekrans alles andere als geräuscharm.
Mittlerweile ist der Bau des geplanten GuDs schon 1 1/2 Jahre in Verzug. In der Bauprognose wird die Bauzeit (inclusive Probe- und Doppelbetrieb beider Kraftwerke) mit ca. 5 Jahren angeben. Insgesamt haben 18 KlägerInnen aus Rissen und Wedel eine Anfechtungsklage gegen den Bau des GuDs in Wedel eingerecht. In der dazu gehörenden Klagebegründung haben wir gutachterlich eine fehlerhafte Baulärmberechnung eingewendet. Eine weitere Lärmzunahme würde zu weiteren deutlichen Verkürzungen der erlaubten täglichen Bauzeiten führen.
Bauverzögerungen und damit verbundene Kostensteigerungen sind aufgrund der schwierigen Lärmverhältnisse am Standort Wedel daher mehr als wahrscheinlich. Eine Übernahme des fertig errichten GuDs soll allerdings laut Vorverträgen zwischen Hamburg und Vattenfall schon am 01.01.2019 erfolgen.

Dr. Andreas Dressel (Fraktionsvorsitzender der Hamburger SPD) hätte nach Auskunft mehrerer Beteiligter an besagtem Rathaustermin am 18.05.2015 diese Argumente mit folgender Begründung vom Tisch gewischt: Hamburg würde sich beim Bau des GuDs eben nicht an Lärmschutzgesetze halten! Sollten die Anwohner doch sehen, wie sie ihre Lärmgrenzen vor Gericht durchsetzen.
Das Ganze wurde 3 Tage später (auf einer öffentlichen Veranstaltung) nach Zeugen-Aussagen sinngemäß wie folgt ergänzt: Dann hätte das Gericht die Wahl zwischen "frierenden Hamburgern" (falls das alte Kohlekraftwerk ausfiele) und zuviel Lärm in Wedel und Rissen!

Diese Aussagen sind nicht hinnehmbar. Erst Recht nicht von einem gewählten Volksvertreter!
In den angrenzenden Wohngebieten in Wedel und Rissen wohnen viele Menschen. Betroffen vom Baulärm wäre auch die größte Grundschule in Wedel.
Lärmschutzgesetze sollen die Menschen und ihre Gesundheit schützen. Gesetze gelten für alle, auch für die Hamburger SPD.

Das Hamburger Fernwärmenetz ist weit verzweigt und wird durch mehrere Anlagen "versorgt". Derzeit wird in Altona am Haferweg ein neues Heizwerk (150 MW Wärmeleistung) errichtet. Wir können nachweisen, dass dieses neue Werk zusammen mit einem fast ungenutzten Heizwerk in der Hafencity die Wärmeversorgung des Hamburger Westens sicher stellen kann. Dieses werden wir auch vor Gericht einbringen.

Wie werden (auch bei den Lärmüberschreitungen des Kohlekraftwerks) anwaltlich sehr gut durch die Kanzlei Dr. Fricke und Collegen in Hannover vertreten.
Dabei finanzieren wir unsere Rechtsvertretung ausschließlich aus freiwilligen Spenden.
Auf diesem Wege möchten wir uns ganz herzlich bei den vielen SpenderInnen aus Wedel und Rissen bedanken! Ohne Ihre breite Unterstützung wäre es gar nicht möglich, unsere Rechtsverfahren zu betreiben! Wirklich danke.

Wir werden auch weiterhin anwaltliche Hilfe benötigen. Die Aussagen von Herrn Dressel zum Standort Wedel waren deutlich genug. Nur gemeinsam können wir unsere Lebensqualität erhalten. Bitte unterstützen Sie uns daher auch weiterhin.

Die Spenden-Bankverbindung der BI lautet:
Linda Clausen-Hansen
IBAN: DE68200505501280530146


Kerstin Lueckow
für die BI

Samstag, 25. April 2015

Nächstes Bi-Treffen Mo, 27.04.15, 19:30, Isis (jetzt Kingz)

Liebe MitstreiterInnen,

ich möchte gerne zu unserem nächsten BI-Treffen einladen.
Dieses findet am Montag, den 27. April um 19:30 Uhr im kleinen Raum im ehemaligen Isis Chamälion (jetzt Kingz) statt.

Viele Grüße,
Kerstin