Sonntag, 15. März 2015

Kohlekraftwerk Wedel: Ertüchtigung vom Tisch

Derzeit finden in Hamburg Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD und den Grünen statt. Am Donnerstag, den 12. März, wurde das Thema Umwelt/Energie verhandelt.

Zu diesem Anlass haben verschiedene Organisation und Initiativen eine vielbeachtete Banneraktion vor dem Hamburger Rathaus zum Thema "Kohlekraftwerk Wedel abschalten - Erneuerbare Wärme jetzt!" durchgeführt. Beteiligt waren u.a. der BUND Hamburg, der Hamburger Energietisch, KEBAP KulturEnergieBunker e.V., die BI Moorburgtrasse-stoppen und die BI Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel.


Im Rahmen eines Gutachtens zur Hamburger Fernwärme, das die Hamburger Umweltbehörde im letzten Jahr in Auftrag gegeben hat, wurde die Ertüchtigung des Kohlekraftwerks Wedel für eine weitere Laufzeit von 10 Jahren als eine möglich Alternative genannt.

Eine weitere "Ertüchtigung" eines der ältesten Kohlekraftwerke in Deutschland ist klimapolitisch nicht akzeptabel und widerspricht dem Hamburger Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze. Das Kohlekraftwerk Wedel ist neben dem Kohlekraftwerk Tiefstack der größte Klimaverschmutzer der Hamburger Fernwärme. Außerdem wurden den Anliegern des Kohlekraftwerks in den letzten Jahren aufgrund des Zustands der Anlage sehr viel Lärm zugemutet.


Am Donnerstag-Abend wurde das Verhandlungsergebnis bekannt gegeben. Eine weitere Ertüchtigung des Kohlekraftwerks ist vom Tisch!

Noch offen ist der Bau eine Gas- und Dampfturbinenkraftwerks in Wedel. Der Hamburger Gutachterprozess wird derzeit weiter geführt. Im Sommer sollen dazu Ergebnisse vorliegen, die eine Grundlage für die Entscheidung über den Bau von Neuanlage(n) bilden sollen. Eine Entscheidung dazu wird noch in diesem Jahr getroffen. Gegen den Bau des GuDs wurden insgesamt 19 Klagen von Wedeler und Rissener AnwohnerInnen eingereicht.

Der Neubau eines Großkraftwerks in Wedel ist weder notwendig, noch ein Schritt in Richtung Energiewende. Die Wärmeversorgung im Hamburger Westen können übergangsweise die Vattenfall Heizwerke Haferweg (Fertigstellung 2015) und Hafencity übernehmen, die auch einspringen, wenn das KoKW Wedel mal wieder ausfällt. Die notwendige Neugestaltung der Fernwärmeversorgung muss dafür genutzt werden, mehr erneuerbare Wärme und Abwärme aus der Industrie ins Fernwärmenetz einzuspeisen und das Netz zukunftsfähig umzubauen.

Kerstin Lueckow

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