Samstag, 1. März 2014

Wieder alles offen

Die Bürgerinitiative "Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel" lädt ein:

Wie geht es weiter mit der Hamburger Wärmeversorgung und dem Standort Wedel?

07. März 2014, 19:30 Uhr
Isis Chamäleon, Rudolf-Breitscheid-Str. 40, Wedel
Nach dem Hamburger Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze im September 2013 haben sich der Hamburger Senat und der Vattenfall-Konzern im letzten Monat auf eine Rekommunalisierung der Fernwärme bis zum Jahr 2019 geeinigt. Laut diesem Vertrag und weiteren öffentlichen Aussagen des Hamburger Senats wird Hamburg erst nach den kommenden Hamburger Bürgerschaftswahlen im Frühjahr 2015 eine Entscheidung über die künftige Wärmeversorgung und damit auch über den Bau des geplanten Großkraftwerks in Wedel treffen.

Welche Auswirkungen hat diese neue Entwicklung?

Das Kohlekraftwerk Wedel ist eines der ältesten in Deutschland. Die "normale" Betriebsdauer ist längst überschritten und die negativen Auswirkungen für die Menschen in der Nähe des Kraftwerksgeländes sind aufgrund mechanischer Probleme deutlich zu spüren. Auch aus ökologischen Gründen muss das Kohlekraftwerk schnellstmöglich ersetzt werden.
Bis zum Volksentscheid gab es nur ein von Vattenfall geplantes Szenario: den Ersatz des alten Kohlemeilers durch den Neubau eines fossilen Großkraftwerks am gleichen Standort in unmittelbarer Nähe zu den umliegenden Wohngebieten.

Der Bau eines neuen Kraftwerks in der geplanten Größenordnung würde jedoch viele Jahre in Anspruch nehmen, in denen das überalterte Kohlekraftwerk weiterlaufen müsste. Kritisch zu hinterfragen ist außerdem, ob ein weiteres fossiles Großkraftwerk rund um Hamburg mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gerade in Schleswig Holstein harmonieren kann.

In dem neuen Vertrag zwischen Hamburg und Vattenfall wird auch erstmals die Ertüchtigung des Kohlekraftwerks in Wedel als alternatives Szenario genannt. Experten halten dieses jedoch sowohl politisch als auch wirtschaftlich für nicht durchsetzbar.

Führende SPD Politiker in Hamburg haben deshalb bereits eine dritte Alternative ins Gespräch gebracht: den Aufbau einer dezentralen Wärme-Versorgungsstruktur unter Einbindung erneuerbarer Energien. Dazu gehört auch die Errichtung eines bereits genehmigten neuen Heizwerks am Haferweg in Hamburg (Altona Nord). Dies könnte eine schnelle Entlastung für den Standort Wedel und das veraltete Kohlekraftwerk bedeuten. Möglicherweise würde der Bau dieser Heizkessel das Kohlekraftwerk in Wedel ganz überflüssig machen.

Wir möchten Sie über den derzeitigen Stand informieren und mit Ihnen die genannten Alternativen diskutieren. Welche Möglichkeiten ergeben sich jetzt? Wie können wir darauf Einfluss nehmen? Was ist der Hamburger Wärmedialog?

Gerne informieren wir auch zum Wedeler Bürgerentscheid.

Kerstin Lueckow
BI

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